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Freitag, den 02. Dezember 2011 um 00:00 Uhr

Zauner: Ein gequältes Stehaufmännchen

Ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss kehrt David Zauner in den Skisprungzirkus zurück. Nach einer unglaublichen Pechsträhne will er einfach nur Skispringen, wie er sport10.at erklärt.

Ski Nordisch |  02.12.2011 | 08:24 |  Daniel Kendler

Zwischen rot-weiß-roter Adlerdominanz, dem Einstieg von Simon Ammann und der Premiere des Damenweltcups ist eigentlich nicht mehr viel Platz für Schlagzeilen. Doch David Zauner hat sich auf jeden Fall eine verdient. Der 26-jährige ÖSV-Springer kehrt ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss in Lillehammer in den Sprung-Zirkus zurück.

Für Zauner wird die Rückkehr der Neustart sein. Eine schier unglaubliche Verletzungsserie soll nun endgültig ein abgeschlossenes Kapitel sein.

Die Rückkehr zum Kreuzbandriss 

Dass es in Lillehammer, wo er sich 2010 im Training das linke Kreuzband abriss, nun aufgrund des warmen Wetters und des dauerhaften Windes wieder zu Verzögerungen kommt, kann den 2009 von den Kombinierern zu den Spezialspringen übersiedelten Zauner nicht mehr aus der Ruhe bringen: "Problem ist es keines, ich bin einfach total hungrig auf das Springen. Der letzte Wettkampfsprung ist jetzt schon über ein Jahr her", erklärt er gegenüber sport10.at.

Der Kreuzbandriss im November 2010 war der negative Höhepunkt seiner schwarzen Serie. Zwar glaubten die Ärzte und auch Zauner zu Beginn noch, ihn auch ohne Operation wieder auf Kurs zu bekommen. Jedoch spielte das linke Knie beim Springen nicht mit. Alles konnte der Sportler machen, nur nicht Skispringen. Eine OP und sechs Monate Stillhalten mit Reha war die Folge.

Gerissene Bänder und kaputte Gelenke

Nichts Neues für den Steirer. In der Saison 09/10 brach er sich das Schlüsselbein. "Das war beim ersten Weltcup in Rovaniemi, beim zweiten Wettkampf hat es mich richtig aufgehaut", meint er heute. Vor fünf Jahren waren gleich beide Beine betroffen: "Bei einem Springen in Amerika war die Schanze nicht so gut präpariert, ich bin etwas rechts gesprungen, landete im Tiefschnee. Dabei gingen in beiden Füßen die Sprungelenke kaputt, auch die Bänder waren ab."

Mit schlimmen Nachrichten konnte Zauner schon als Kombinierer umgehen. "Ein Handgelenk war auch mal ab, aber das ist schon länger aus", erzählt der 26-Jährige fast schon beiläufig, der während seiner Zeit als Langläufer und Springer oft auch mit massiven Schwächungen des Immunsystems zu kämpfen hatte. Nun soll es die erste Saison seit sechs Jahren (!) werden, die für den ÖSV-Adler ohne Komplikationen über die Bühne geht.

"Natürlich ist es schwer"

"Ich konnte letzte Woche in der Ramsau gut trainieren. Eigentlich wollte ich hier auch noch trainieren, aber das ist jetzt egal - ich bin gut drauf. Ich fiebere dem Wettkampf entgegen", freut sich Zauner. Ob es ein Nachteil ist, im besten Skisprungteam der Welt um den Anschluss kämpfen zu müssen?

"Man darf da nicht nur den Winter sehen, sondern auch das Sommertraining, wo ich mich immer mit den Besten messen und vergleichen kann. Das ist natürlich für einen Umsteiger wie mich immer ein guter Vergleich, damit man weiß wo man steht. Hier kann ich mich immer weiterentwicklen. Wenn ich etwas probiere, sehe ich ob ich bei den Besten dabei bin oder nicht."

Folgt das Happy End?

Geht es nach den Trainern und Beobachtern, dürfte Zauner ganz nah an den Besten dran sein. Schon Andreas Goldberger meinte: "Ich habe gehört, dass er sich mit tollen Trainingsleistungen wieder aufgedrängt hat. Wenn es ihm aufgeht, wäre er ein absoluter Sieg- und Stockerlkandidat."

Zauner selbst gibt sich jedenfalls kämpferisch: "Das Ziel von jedem Skispringer muss sein, dass er ganz vorne landet - da habe ich keine Probleme mit dem Konkurrenzkampf." Am wichtigsten ist dem sympathischen Springer ohnehin, dass jetzt "nichts zwickt". Gleitet er dann über die Schanze von Lillehammer, "ist alles perfekt". Beim ersten Versuch sollte es noch nicht so recht klappen. Zauner scheiterte bereits in der Qualifikation und ist am Samstag daher nicht mit von der Partie.

 Quelle: Sport10.AT

 

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